Geographiedidaktik trifft Oberstufenschülerinnen

Studierende der JMU erproben Virtual Reality-gestützte Unterrichtseinheit im St.-Ursula-Gymnasium

Niclas Eckert, Jenny Gleesner, Helena Kreutzberger, Kara Müller und Luis Thiem besuchten Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe, um ihre selbst entwickelte VR-Exkursion zu erproben. Drei Unterrichtsstunden hatten die fünf Lehramtsstudierenden der Geographie geplant, um die Vorzüge eines VR-gestützten Unterrichtens zu testen und stießen auf Begeisterung.

Zunächst sollten die Schülerinnen die ökologischen, sozialen und ökonomischen Ursachen des globalen Korallensterbens analysieren. Anschließend galt es dessen Wechselwirkungen im Hinblick auf Tourismus, Fischerei, Schadstoffe und Klimawandel zu klären. Abschließend wurde diskutiert, welche Schutz- und Restaurationsmaßnahmen sich ergreifen lassen, um zunächst das globale Riffesterben deutlich zu verringern und nachhaltige Möglichkeiten zu schaffen, die diese faszinierende Unterwasserwelt mit neuem Leben erfüllen. Um diesen mühsamen Prozess in Gang zu setzen, bedarf es vielfältiger Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen. So wurde den Schülerinnen bewusst, dass zu den anthropogenen Stressoren für Riffe unter anderem der Schadstoffeintrag durch Sonnencreme und Mikroplastik gehören. Hinzu kommen physische Schäden an Riffen,
die durch sorglose Taucher und Schnorchler entstehen.

Sehr schnell wurde den Schülerinnen auch deutlich, dass sie das Problem nicht alleine lösen, aber dennoch ihren Beitrag leisten können, etwa durch die Verwendung geeigneter Sonnencreme, die Auswahl ihrer Reiseart, den Umgang mit der Natur vor Ort oder die sorgsame Gestaltung des eigenen Speiseplans.

Daniel Wirth, Dozent für Didaktik der Geografie an der JMU sieht große Chancen für den Einsatz der neuen Technik zum Beispiel im Unterricht der Fächer Geografie, Physik und Chemie, aber auch in der beruflichen Bildung. Ihre Stärken liegen nach seiner Einschätzung darin, dreidimensionale Eindrücke zu schaffen, die sich analog nicht – so einfach – erleben lassen.

Dass es diese Technik nicht zum Nulltarif gibt, ist auch klar: Das betrifft sowohl die technische Ausstattung als auch die Erstellung der Konzepte. Aber, wer den Aufwand nicht scheut, erhält einen weiteren Baustein für guten Unterricht.

Text und Bilder: Harald Retsch