An den Grenzen des Lebens

Klinikseelsorgerin im Gespräch mit Schülerinnen der Oberstufe am Gymnasium der St.-Ursula-Schule

Ganz besondere Unterrichtsstunden erlebten die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 am Gymnasium der St.-Ursula-Schule. In ihrem Wissenschaftspropädeutischen Seminar „An den Grenzen des Lebens“ im Fach Katholische Religionslehre setzen sich die Schülerinnen mit Fragen nach dem Sterben und Tod auseinander und berücksichtigen dabei die Bereiche Philosophie, Theologie, Medizin und Politik. Aus diesem Grund wurde Monika Oestemer als Referentin eingeladen. Sie ist Klinikseelsorgerin am Klinikum Würzburg Mitte (KWM) und leitet auch die Fachstelle für Ehrenamt in Krankenhaus und Seniorenheim. Außerdem ist sie Gemeindereferentin und nimmt weitere Aufgaben im Bistum Würzburg wahr. Auf beeindruckende Weise ist es ihr im Gespräch mit den Schülerinnen gelungen, das Thema Sterben und Tod anzusprechen. Der Alltag in der Klinik, die konkrete Arbeitssituation der Klinikseelsorge, die Zeit, die den Patienten geschenkt wird, das Zuhören, das Aushalten von Stille und das Dasein in den Stunden des Abschieds waren wichtige Punkte in dem Gespräch.

Die Schülerinnen, die sich im Unterricht gemeinsam mit ihrem Kursleiter Norbert Siemer auf die Begegnung mit Monika Oestemer vorbereitet hatten, stellten viele nachdenkliche Fragen. Es wurde deutlich, dass die Arbeit als Klinikseelsorgerin eine ganz wertvolle Arbeit ist. Große Aufmerksamkeit fanden auch ihre Ausführungen, die sie zu der schwierigen Situation in den Kliniken während der Corona-Zeit gemacht hat. Klinikseelsorge lebt von der persönlichen Begegnung und, wenn es gewünscht wird, von der persönlichen Berührung, beispielsweise beim Segen. Vieles, was im Gespräch ausgesprochen wurde, hinterlässt einen prägenden Eindruck. „Sterben und Tod als Teil unseres Menschseins zu verstehen und anzunehmen“, so Monika Oestemer, „bleibt eine große und wichtige Herausforderung für jeden Menschen“.

Zum Abschluss ihres Besuchs in der Schule schenkte Monika Oestemer den Schülerinnen ein kleines Herz aus Holz als Symbol, an dem man sich festhalten kann und das an das erinnert, was in unserem Leben wertvoll und gut ist. Norbert Siemer dankte der Referentin herzlich dafür, dass sie sich Zeit genommen hat, um in sehr persönlicher Form von ihren Erfahrungen zu berichten und dabei auch die Bedeutung des Religiösen aufzuzeigen.

Text: Harald Retsch