Rotation zwischen Berlin, Bonn und dem Ausland

Das Auswärtige Amt zu Gast im St.-Ursula-Gymnasium

Im Angelasaal der St.-Ursula-Schule warten 70 Schülerinnen auf Dr. Söhnke Grothusen. Er ist aus Berlin angereist, um die Schülerinnen über einen außergewöhnlichen Arbeitgeber zu informieren: Das Auswärtige Amt.

Wer hier arbeitet, wird in der Regel nicht in Routine erstarren. Denn für die meisten bedeutet das, alle drei bis vier Jahre den Arbeitsplatz und das Land, in dem sie leben, zu wechseln.  Für Angehörige heißt das ebenfalls Ortswechsel. Jedoch sieht der Referent für den überwiegenden Teil an Kindern von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes darin eher eine Chance als einen Nachteil.

Dienststellen gibt es genügend. Derzeit unterhält das Auswärtige Amt unter anderem weltweit 154 Botschaften, 225 Auslandsvertretungen und 50 Generalkonsulate. Die Aufgaben sind vielseitig: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichten zum Beispiel aus dem Gastland zurück nach Deutschland, fördern bilaterale Wirtschafts- und Kulturbeziehungen, Vertreten deutsche und gemeinsame EU-Positionen im Gastland, bereiten hochrangige Besuche aus Deutschland vor und begleiten die Gäste während der Anwesenheit im Gastland.  Natürlich fehlt auch nicht die Abwicklung von Rechts- und Konsularangelegenheiten. So stellt der konsularische Dienst aktuell jährlich 280.000 Pässe, ca. 71.500 Personalausweise und 1.700.000 Visa aus und hilft 60.000-80.000 Deutschen, die im Ausland in Not geraten sind.

Welche Laufbahnen lassen sich beim Auswärtigen Amt einschlagen? Wie bei anderen Behörden auch, gibt es dort den mittleren Dienst, der nach einem mittleren Bildungsabschluss mit einer zweijährigen Ausbildung begonnen werden kann, den gehobenen Dienst nach einem Dualen Studium und den höheren Dienst, der nach einem Studium eigener Wahl angetreten werden kann.

Grundsätzlich führt der Weg in den Auswärtigen Dienst über ein Auswahlverfahren, Sprachkenntnisse in Englisch auf dem Niveau C1+ und mindestens einer weiteren Fremdsprache auf dem Niveau B2. Hinzu kommen das Interesse an einer breiten Allgemeinbildung und die Lust, mit anderen Kulturen in Kontakt zu kommen, um dort – und das darf man nie vergessen – ein Repräsentant oder eine Repräsentantin Deutschlands zu sein.

Nach dem Vortrag zog der Diplomat weiter in die Universität am Hubland. In einem Workshop des Career Centre präsentierte er am Nachmittag seine Arbeit den Studierenden. Für ihn ein Ortswechsel – wie sonst auch -, für das St.-Ursula-Gymnasium und die JMU ein Baustein ihrer Kooperation.

Harald Retsch