Vortrag zu China am St.-Ursula-Gymnasium
Im Rahmen des Geschichtsunterrichts nahmen alle Schülerinnen der Jahrgangsstufe 13 des St.-Ursula-Gymnasiums an einem Vortrag über China teil. Referent war Dr. Michael Leibold vom Lehrstuhl für Kulturgeschichte Ostasiens und dem Institut für Kulturwissenschaften Ost- und Südasiens/Sinologie an der Universität Würzburg. Außerdem gehört er dem China Kompetenzzentrum der Universität Würzburg (CCCUW) an.
Die Schülerinnen erlebten einen äußerst konzentrierten und engagierten Vortrag mit tiefgehenden Einblicken in die Geschichte sowie die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation Chinas. Den Beginn bildete ein synoptischer Überblick zur Geschichte Chinas und den Entwicklungen in Europa: Über Jahrhunderte war China Vorbild, in vielen Erfindungen Europa weit voraus. Zwischen dem „Westen“ und China gab es wechselseitige, positive Einflüsse, denen der europäische Imperialismus aber ein jähes Ende setzte.
Anschließend ging der Referent auf die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung Chinas nach 1949 ein. Orientiert an den führenden Politikern Chinas zeigte Dr. Leibold mehrere Stationen detailliert auf, angefangen von der Politik unter Mao Zedong, über Deng Xiaoping bis zur aktuellen Situation unter Xi Jinping. Diese Themenbereiche, die seit dem laufenden Schuljahr erstmals Bestandteil des Geschichtslehrplans der Jahrgangsstufe 13 sind, stießen auf herausragendes Interesse der Schülerinnen. Außerdem beantwortete der Referent gerne die interessierten Fragen der Schülerinnen zur sogenannten „Ein-Kind-Politik Chinas“ oder der Umweltproblematik in den chinesischen Millionenstädten.
Weiterhin sollten die Schülerinnen einzelne Phasen der Politik in den letzten Jahren kategorisieren: Handelt es sich um eine Diktatur? Ein autoritäres System? Gab oder gibt es liberale Tendenzen? Anhand ausgewählter Karikaturen wurde der Umgang Chinas mit Meinungs- und Pressefreiheit deutlich. Thematisiert wurde auch die rasante Entwicklung der Medien, Probleme von Mobilität, Wohlstandsverteilung und der Umgang mit Minderheiten. Abschließend dankte Norbert Siemer, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums, dem Referenten für seinen Vortrag. Das von Dr. Leibold formulierte Ziel, eine „Brücke zu bauen von der Universität zur Schule“, ist mehr als gelungen. Der Vortrag lädt die Abiturientinnen zu einer weiteren intensiven Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart Chinas ein.



