Unterstufenchor und Schulband musizieren beim Katholikentag
Open Air-Konzerte haben immer einen Glücksspiel-Charakter, denn wer kann bei der Planung, Monate vor dem Ereignis, schon sagen, wie das Wetter sein wird? So war es auch beim Auftritt des Unterstufenchors und der Schulband im Ringpark am letzten Tag der Eisheiligen, der „kalten Sophie“: das reinste Wetter-Roulette. Aufbau und Soundcheck im Sonnenschein, dann – der Chor sang gerade „Und wenn es dann mal regnet, setz ich ’ne Mütze auf“ (aus „Fahrrad fahrn“ von Max Raabe) – ein paar Regentropfen, die zum Glück schnell wieder versiegten. Dunkle Wolken und sorgenvolle Blicke nach oben bei „Dann seh ich die Wolken, die über uns sind“ (aus „Ein bisschen Frieden“ von Nicole). Während des Auftritts von „Paranoia“, so der selbstgewählte Name der nun schon seit mehreren Jahren bestehenden Band, ging sogar ein Hagelschauer über dem Ringpark nieder.
Das alles hielt die Schülerinnen nicht davon ab, leidenschaftlich und engagiert zu musizieren. Der rote Faden der Chorlieder war, neudeutsch ausgedrückt, ein Plädoyer für „Work-Life-Balance“, vom Aufschrei nach „Weg da!“ (Herman van Veen) hin zu Muße und das Leben feiern („Das Leben ist zum Leben da“). In „Neues vom Rumpelstilzchen“ erfuhr man, dass es dem Wesen nach seinem unüberlegten Wutausbruch gar nicht gut geht und man sich folglich zweimal überlegen soll, „ob es sich lohnt, sich aufzuregen“. Den Abschluss machte der Wunsch und die Sehnsucht nach Frieden im schon erwähnten Lied, womit zugleich die Brücke zum ESC-Motto „United by Music“ geschlagen wurde.
Die Band „Paranoia“ hat sich zu einer veritablen Rockband entwickelt: Songs wie „Narcotic“ und „Smells Like Teen Spirit“ kommen authentisch druckvoll rüber, aber auch andere Stile beherrschen die neun Schülerinnen: den Popsound von Billie Eilish („Birds Of a Feather“), den melancholisch tänzerischen „Walzer“ (Provinz), den dramatischen Balladenstil von Lana del Rey („Young & Beautiful“) oder den Folk-Charakter von „Bloodline“ (Alex Warren). Das Liebeslied „Выпускной“ (zu deutsch: „Abschlussball“) vereint nicht nur sprachlich die Menschen, die hier zusammen musizieren: russisch, ukrainisch, polnisch, armenisch, persisch und deutsch – vereint durch Musik!
Bericht: Kai Müller
Fotos: Lucia Herr





